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Newsletter März 2017

Es gibt einige wichtige Veränderungen im Kinderhaus.


Liebe Freunde und Förderer der Baobab Family,


 


Endlich kündigt sich langsam der Frühling an, und damit ist es auch an der Zeit für einen Newsletter. Neuigkeiten bei der Baobab Family gibt es diesmal zahlreich zu berichten.


Nach 15 Jahren Vereinsarbeit in Deutschland und fast genauso langem Betrieb des Baobab Children’s Home in Mikindani/Mombasa, haben wir im Vorstand gemeinsam mit der kenianischen Schwester-NGO einige wichtige Entscheidungen treffen müssen,um die Projekte nachhaltiger zu gestalten. Hintergrund ist, dass sich unsere Ausgaben in Kenia ständig erhöhen, da immer mehr Kinder die kostenpflichtige weiterführende Schule besuchen und die Lebenshaltungskosten in Kenia grundsätzlich ständig steigen, momentan auch wegen der Dürren und Ernteausfälle in Afrika. Gleichzeitig stagnieren unsere Einnahmen in Deutschland. So kam es, dass wir schon seit einiger Zeit nicht mehr so arbeiten konnten wie wir es gerne wollten: Das Haus in Mikindani ist renovierungsbedürftig, von den Jungen, die die weiterführende Schule abgeschlossen haben, absolvieren nur wenige  eine Berufsausbildung. Daher haben wir uns schweren Herzens entschlossen, das Kinderheim in Mikindani zu schließen und unser Programm ganz auf Tagespflege umzustellen. Wir behalten nur wenige Räume für Mitarbeiterbüros und richten außerdem ein Lernzentrum mit Bibliothek ein.


Unmittelbar betroffen sind glücklicherweise nur wenige der insgesamt 40 Kinder und Jugendlichen, die wir aktuell unterstützten. Die 14 Kinder aus von HIV/AIDS betroffenen Familien, die im Rahmen des Tagespflege Programms in Mikindani mit schulischer Unterstützung (Bücher, Förderunterricht, Uniform, ...) unterstützt werden, wohnen ohnehin nicht im Heim, für sie ändert sich nichts. Ihnen steht zudem in Zukunft die Nutzung des Lernzentrums frei. Das ist wichtig, denn viele Kinder haben in ihrem Zuhause nicht einmal ein ruhiges Zimmer oder einen Tisch, um ihre Hausaufgaben zu erledigen.


Sieben Jungen besuchen die Secondary School (8. – 12. Klasse) in Internaten („Boarding schools“). In den Ferien besuchen sie meistens Verwandte, daher waren sie ohnehin nur noch selten im Haus. Weitere acht Jugendliche haben die Secondary School bereits abgeschlossen. Nur zwei besuchen ein College, die anderen wohnen entweder bei Verwandten oder helfen im Kinderheim mit und wohnen dort. Diese Jugendlichen profitieren von unseren Änderungen, denn für sie rufen wir momentan das „Carreer program“ ins Leben, ein Programm, dass dafür sorgen soll, dass alle in den Genuss einer Berufsausbildung kommen. Nach dem Besuch des Secondary School Internats wohnen die Jungen in kleinen Gruppen zusammen in angemieteten Wohnungen in der Nähe ihrer Ausbildungsstätte.


Nur zwölf Jungen, die in Mikindani die Grundschule besuchen, leben momentan im Heim. Für jeden von ihnen haben wir eine gute Lösung gefunden: Einige konnten zu Verwandten ziehen oder kommen in einer Pflegefamilie unter, und die übrigen kommen alle zusammen in ein wirklich schönes Kinderheim, mit dem wir kooperieren. In allen Fällen werden die Kinder durch die Baobab Family weiterbetreut, sie werden regelmäßig von unseren Mitarbeitern besucht und bekommen wichtige Schulmaterialien zur Verfügung gestellt. Nach Abschluss der Grundschule haben sie die Möglichkeit, über das Carreer Program die Secondary School und auch ein College zu besuchen. Wir werden jeden Paten in Kürze über die individuellen Veränderungen im Leben des jeweiligen Patenkindes informieren.


 


Unser Vereinsgründer und Vorsitzender Andreas Triebel war im Februar vor Ort in Mikindani, um diese Pläne mit den Kindern und Mitarbeitern zu besprechen.


 


Auch für unser neues Projekt in Marinde mussten wir uns eingestehen, dass wir, obwohl die Bauarbeiten quasi abgeschlossen sind, einen stabilen ortsansässigen Partner brauchen, um das Projekt gemeinsam zu betreiben. Zu groß sind die Hürden, die uns durch die Behörden in den Weg gestellt werden, um das Projekt als Kinderheim zu registrieren. Zudem fehlen uns auch die Mittel zur Deckung der laufenden Kosten, um dort viele Kinder zu betreuen. Hier laufen momentan Verhandlungen, näheres berichten wir im nächsten Newsletter.


 


Momentan nutzen wir aber schon unsere Ressourcen in Marinde für ein Ernährungs- und Bildungsprogramm: Glücklicherweise konnten wir trotz Dürren in weiten Teilen des Landes Mais und Bohnen aus eigener Landwirtschaft ernten, die wir zu einem stark ermäßigten Preis dem Ernährungsprogramm der örtlichen Grundschule überlassen haben. Dort kommen sie nun Kindern zugute, die sonst kein Mittagessen erhalten würden. Vom Erlös wurden Schuluniformen für bedürftige Kinder aus dem Dorf gekauft, viele von ihnen Waisen oder aus von HIV/AIDS betroffenen Familien. Ohne Schuluniform könnten die Kinder nicht die Schule besuchen.


 


Die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch zu den Neuerungen gibt es im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung:


Datum:          09.04.2017 um 14.00 Uhr


Ort:                Eine Welt Haus e.V.


                       Schwanthalerstraße 80


  80336 München


 


 


Wir wollen uns bei allen Mitgliedern, Paten, Mitarbeitern und sonstigen treuen Unterstützern ganz herzlich bedanken, ohne euch es uns nicht möglich gewesen, schon viel Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Wir bitten euch, der Baobab Family auch in Zukunft die Treue zu halten, denn nur so können wir unseren Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglichen, und damit die Chance auf ein besseres Leben.


 


Herzliche Grüße


Eure Baobab Family